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WB-Stelle in Berlin  

Das MVZ Psychische Gesundheit Dr. Panitz in Wilmersdorf/ Bundesplatz bietet in seinem

freundlichen Kollegium ab März/April 2019 eine Halbtagsanstellung für WB Assistenten/in

bei WB-Befugnissen für Psychosomatische Medizin/Psychoanalyse/
Psychotherapie

Bewerbungen an E-Mail:  This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

oder Telefon 030/ 85401481


   

Anmeldung für Mitglieder des BDPM

   

Berufspolitische Stellungnahme auf Anfrage der DGPM

Details

Im August wandte sich der Vorsitzende der DGPM, Herr Prof. Wolfgang Senf, an die Vorsitzenden der Berufsverbände mit Bitte um Stellungnahmen zu aktuelle Berufspolitischen Fragen.

Im Folgenden lesen Sie die gestellten Fragen und die Stellungnahme des BDPM. Unseres Wissens nach liegen andere Stellungsnahmen nicht vor. Daher wurde die Antwort auch nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in der „Ärztlichen Psychotherapie“ veröffentlicht.

„Es stellen sich vor“

Honorarsituation der Facharztpraxis Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

(Prof. Dr. Wolfgang Senf, Vorsitzender)

 

In der ÄP 3/2011 hatte ich im Namen des Vorstandes der DGPM die Forderung nach einer grundsätzlichen und nachhaltigen finanziellen Sicherung für die Facharztpraxis Psychosomatische Medizin und Psychotherapie gestellt. Offenbar gibt es dazu unterschiedliche Auffassungen. Der DGPM-Vorstand ist in berechtigter Sorge, dass die Honorarsituation der Facharztpraxen Psychosomatische Medizin und Psychotherapie für die Zukunft unzureichend gesichert ist und sieht u.a. erhebliche Benachteiligungen gegenüber der Facharztpraxis Psychiatrie und Psychotherapie. Aus diesem Grund bitte ich im Namen des Vorstandes der DGPM die Berufsverbände, die sich für das Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zuständig und verantwortlich fühlen, um eine Stellungnahme zu den folgenden Fragen.

Wie stehen Sie dazu?

 

  1. Eigene Bedarfsplanung für das Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
  2. Bewertung der psychosomatischen Facharztleistungen des Kapitel 22 EBM
    1. durch den Budgetierungsbeschluß („Doppelbudgetierung“) des Bewertungssauschusses, gültig ab 1.10.2010, mit der Folge eines floatenden Punktwerts.
    2. durch dieStützung der nicht budgetierten antragspflichtigen Psychotherapie von Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie durch budgetierte psychosomatische Facharztleistungen des Kap. 22 EBM.
  3. Durchsetzen angemessener Honorierung durch
    1. Gleichstellung in der Bewertung im EBM für die vertragärztlichen  Leistungen von Fachärzten für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit den Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie.
    2. Gleichstellung in der Mengensteuerung für die Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit den Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, d. h. Erbringung antragspflichtiger Psychotherapie ohne Budgetgrenze.
  4. Sicherstellung der ambulanten Weiterbildung in der Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

 

Die Antwort:


Positionen des BDPM

1. EIGENE BEDARFSPLANUNG
Psychosomatische Erkrankungen nehmen in Deutschland zu, stellen Volkskrankheiten dar, sind häufig Begleiterkrankungen bei primären organischen Leiden. Da sollte eine eigene Bedarfsplanung für den zuständigen Facharzt eine Selbstverständlichkeit sein. Die Gruppe der niedergelassenen Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, längst über der für die Bedarfsplanung relevanten Grenze von 1000 Köpfen, wächst in ihrer Bedeutung. Umso unverständlicher ist der Umstand, dass die Bedarfsplanung politisch nicht umgesetzt ist, zumal sich die DGPM als Fachgesellschaft eindeutig für eine eigene Bedarfsplanung ausgesprochen hat.

Jede friedliche nachbarschaftliche Koexistenz bedarf definierter Grenzziehungen, nicht mehr ist die eigene Bedarfsplanung im ambulanten Sektor. Wer dies verschleiert oder aufweicht, toleriert die Vereinnahmung des Gebietes durch Nachbardisziplinen, die mit dem Begriff „Psychosomatik“, der dringend einer Definition bedarf, nicht selten ohne entsprechende Weiterbildungsinhalte agieren.

Es ist eine Identitätsstarke und selbstbewusste Generation junger Fachärzte herangewachsen, für die - nach Durchlaufen der 5jährigen Weiterbildung- zu Recht die Eigenständigkeit des Fachgebietes eine Selbstverständlichkeit darstellt. Der BDPM lehnt Common Trunk ab und sonstige Unterwerfungsbegehren ab, für die es auch keinerlei demographische oder inhaltliche Argumente gibt.

2. ANGEMESSENE HONORIERUNG  
Der Budgetierungsbeschluss des Bewertungsausschusses für nicht genehmigungspflichtige Leistungen mit Gültigkeit seit dem 1.10.2010 hat in vier KV-Bereichen bereits zu einem floatenden Punktwert geführt, was einem Abwicklungsszenario für das Facharztkapitel 22 gleichkommt. Die bereits durch die zeitbezogene Kapazitätsgrenze mengenbegrenzten Facharztleistungen des Kapitels 22 werden also nochmals und damit doppelt budgetiert und in ihrer Wertigkeit und Bedeutung weiter marginalisiert. Diese Doppelbudgetierung und die damit verbundene fehlende Kalkulierbarkeit des Umsatzes sind nach Auffassung des BDPM eindeutig rechtswidrig. Grob rechtswidrig imponiert allerdings der besondere Umstand, dass mit dieser Opferung der primär mengenbegrenzten fachärztlichen Kernleistungen nach Kapitel 22 die unbegrenzt erbringbare Richtlinienpsychotherapie für Nervenärzte und Psychiater, sowie die Zulassung weiterer nicht-ärztlicher Psychotherapeuten mitfinanziert werden.

Dagegen klagt der BDPM.

Die Klage ist bereits beim Sozialgericht Berlin eingereicht und bezieht sich neben dem Genannten auf die primäre nicht nachvollziehbare und auch durch Praxiskostenanalysen nicht zu rechtfertigende Minderbewertung Psychosomatischer Facharztleistungen im Vergleich zu Psychiatrischen Facharztleistungen sowie auf die Ungleichbehandlung in der Mengensteuerung.

Über Modelle der Mengensteuerung, die der Diversität von Größe und Versorgungscharakter Psychosomatischer Facharztpraxen gerecht wird, wird im BDPM konstruktiv diskutiert. Größere Praxen müssen selbstverständlich die Möglichkeit (im Rahmen allgemein gültiger Plausibilitätsregeln) haben, Richtlinienpsychotherapie unbegrenzt erbringen zu können, wie es im § 87b des SGB V festgeschrieben ist und bei Psychiatern und Nervenärzten auch gesetzesgetreu Anwendung findet.

3. SICHERSTELLUNG DER AMBULANTEN WEITERBILDUNG
Damit wären ad hoc Weiterbildungsassistenten finanzierbar. Ohne Weiterbildung im ambulanten Sektor gibt es für ein Fach mit ambulantem Behandlungsschwerpunkt aber keine Zukunft. Andere Modelle zur ausreichenden Finanzierung von Weiterbildungsassistenten stehen derzeit nicht zur Verfügung oder in Aussicht. Und warum das Rad auch neu erfinden, wenn es beim Nachbarn gut geölt rollt. Mit diesem wollen wir auf Augenhöhe friedlich im konstruktiven Mit- und Nebeneinander koexistieren.

Entsprechend handelt der BDPM bereits in allen hier angesprochenen Punkten, sowohl als Bundesverband als auch in den bereits gegründeten Landesverbänden. Die Geschäftsstelle berät täglich telefonisch individuell unsere Mitglieder in allen Fragen, einschließlich der Widerspruchsführung und Klagen gegenüber der jeweiligen KV. Selbstverständlich vertritt der BDPM ebenso differenziert alle ärztlich psychotherapeutischen Kolleginnen und Kollegen. Alle sind eingeladen, berufspolitisch die Entfaltung der Psychosomatischen Medizin und Ärztlichen Psychotherapie mitzutragen und zu gestalten.

Dr. med. Christian Messer

(Vorsitzender BDPM)

   

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