BDPM e. V.
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Impressum

   

Jour fixe  

Am ersten Mittwoch jedes geraden Monats um 20:00 Uhr laden wir Mitglieder und Freunde herzlich in die Geschäftsstelle (Ansbacher Str. 13, 4. OG, 10787 Berlin) ein, um sich mit Kollegen über aktuelle Themen aus Praxis und Berufsalltag auszutauschen. Sollte der erste Mittwoch eines geraden Monats auf einen Feiertag oder in die Ferienzeit fallen, findet der Jour fixe am darauf folgenden Mittwoch statt. In den Sommerferien findet kein Jour fixe statt.

Die Termine für 2017:

01.02.2017 (fällt aus)
05.04.2017
14.06.2017
04.10.2017 (fällt aus)
06.12.2017

   

Anmeldung für Mitglieder des BDPM

   

Top-Thema: Bedarfsplanung

Details

Top-Thema: Bedarfsplanung

Die Bedarfsplanung ist und bleibt das drängendste berufspolitische Thema dieses Jahres. Dabei lohnt sich zunächst ein kleiner  historischer Rückblick. Im Zuge des Psychotherapeutengesetzes 1999 wurde eine „Arztquote“ von 40% gesetzlich festgeschrieben, die perspektivisch zu einer eigenen Bedarfsplanung des damals noch jungen Fachgebiets Psychotherapeutische Medizin führen sollte. Zwischenzeitlich wurde daraus unter dem wachsenden Zulassungsdruck ausgebildeter Psychologischer Psychotherapeuten lediglich eine 25%-Quote, die Ende dieses Jahres gesetzlich auslaufen wird.

 

Schrumpfung

Die Bedarfsplanungsrichtlinie, die zum 1.1.2013 in Kraft getreten ist, sah die Hälfte dieser Sitze (also 12,5%) für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie vor: eine insgesamt  doch bemerkenswerte Schrumpfung – von 40% auf 12,5%! Aber damit nicht genug: auch diese Regelung wurde durch das Bundesministerium zunächst einmal gestoppt.

 

Fachgebiet oder Zusatztitel

Die scheinbare Konfusion ergibt sich daraus, dass zwischenzeitlich eingetretene Entwicklungen ignoriert und Begrifflichkeiten bewusst (?) vermengt werden.

Mittlerweile ist aus der Psychotherapeutischen Medizin das Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie geworden mit einem eigenen EBM-Kapitel und einer sich stetig entwickelnden Weiterbildungsordnung, die das Fachgebiet scharf umschrieben an der Schnittstelle von Soma und Psyche abbildet. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen haben ein konturiertes Selbstverständnis als versorgende Fachärztinnen und Fachärzte in ihrem Fachgebiet. Daraus ergibt sich eigentlich ganz von selbst, dass dem Fachgebiet Psychosomatische Medizin – wie jedem anderen Fachgebiet auch – eine eigene Bedarfsplanung zusteht.

Psychotherapie hingegen ist kein Fachgebiet, sondern eine Behandlungsmethode. Sicherlich ist es auch hier geboten, einen Bedarf festzustellen und zu beplanen. Dafür gibt es bereits feste Regeln, die gebietsübergreifend angewandt werden: Ein Arzt, egal in welchem Fachgebiet er niedergelassen ist, geht mit dem Faktor 1 in die eigene Bedarfsplanungsgruppe ein, wenn er weniger als 50% seines Tätigkeitsumfangs psychotherapeutisch tätig ist. Ist er zwischen 50 und 90%ig psychotherapeutisch tätig, geht er mit dem Faktor 0,3 in die eigene Bedarfsplanung und mit dem Faktor 0,7 in den Bedarf für die Behandlungsmethode Psychotherapie ein. Ist er mehr als 90% psychotherapeutisch tätig, geht er gar nicht mehr in seine eigene Bedarfsplanungsgruppe ein, sondern mit dem Faktor 1 in den Psychotherapie-Bedarf.

 

 Einheitliche Regelung für alle Fachgebiete

Warum soll diese für alle anderen Ärzte etablierte  Regelung für Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie nicht möglich sein? Die berufspolitischen Begehrlichkeiten von anderer Seite auf das Fachgebiet sind hinlänglich bekannt und vielfach beschrieben. Verbunden mit dieser Frage ist natürlich, dass wir die historische Altlast der Festschreibung für Fachärzte für Psychosomatische Medizin als ausschließlich psychotherapeutisch tätige Ärzte in der Bedarfsplanungsrichtlinie ändern müssen

 

Politische Realitäten

Die Zeit dafür ist jetzt gekommen. Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung hat unter massivem Druck der Psychologischen Verbände und der Psychologenkammer beschlossen, die Verlängerung der Ärztequote für 2 (!) Jahre einem Gesetzespakte anzuhängen. Ob dieses den Bundesrat dann wirklich passiert hat - oder auch nicht - werden wir bei Erscheinen dieses Heftes wohl wissen. Allerdings wird mehr als deutlich, dass hier auf Dauer – und nicht einmal mittelfristig – Land zu gewinnen sein wird.

Es führt also jetzt kein Weg mehr an der eigenen Bedarfsplanung für das Fachgebiet Psychosomatische Medizin vorbei. Es ist auch klar, dass es dafür kein weiterer zeitlicher Spielraum mehr zur Verfügung steht.

 

Unterschiedliche Qualifikationen und Interessen

Was heißt das für Kolleginnen und Kollegen, die sich als ausschließlich psychotherapeutische Ärztin/Arzt niederlassen wollen? Auch hier greifen bereits bestehende Regeln der Zulassungsausschüsse: Es zählen Qualifikation, Approbationsalter und Lebensalter. Die ärztliche Approbation für die allgemeine Heilkunde gibt es nach dem Medizinstudium. Darauf folgen eine mindestens fünfjährige Weiterbildung in einem Fachgebiet und zusätzlich die psychotherapeutische Weiterbildung. Im Gegensatz dazu erhält der Psychologe erst nach der Ausbildung zum Psychotherapeuten eine auf die Richtlinienpsychotherapie eingeschränkte Approbation. So wird z.B. auch ein in Psychotherapie gut qualifizierter Psychiater (oder anderer Facharzt) immer einen Wettbewerbsvorteil bei der Niederlassung haben. Für Kolleginnen und Kollegen, die bereits in einem Fachgebiet niedergelassen und psychotherapeutisch tätig sind, und beschließen – nach Jahren der Tätigkeit – sich ganz auf die Psychotherapie zu verlegen, gäbe es sowieso keine Änderung: das ist immer möglich.

 

Fazit

Eine starke ärztliche Psychotherapie braucht ein starkes und gesichertes Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Nur in diesem Bündnis sind beide langfristig in der Versorgungslandschaft etablierbar. Der BDPM schafft dieses Bündnis und wünscht sich von allen daran Beteiligten, die vorhandenen Synergien zu mobilisieren und zu nutzen. Nachdem die Psychosomatische Medizin und Psychotherapie als Fachgebiet in Approbationsordnung, Weiterbildungsordnung, und Gebührenordnung eigenständig voll etabliert ist, werden wir den letzten noch notwendigen Schritt auch noch erreichen. Die eigene Bedarfsplanung ist für die Zukunft unseres Nachwuchses vielleicht der Wichtigste.

   

Kooperationen