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Jour fixe  

Am ersten Mittwoch jedes geraden Monats um 20:00 Uhr laden wir Mitglieder und Freunde herzlich in die Geschäftsstelle (Ansbacher Str. 13, 4. OG, 10787 Berlin) ein, um sich mit Kollegen über aktuelle Themen aus Praxis und Berufsalltag auszutauschen. Sollte der erste Mittwoch eines geraden Monats auf einen Feiertag oder in die Ferienzeit fallen, findet der Jour fixe am darauf folgenden Mittwoch statt. In den Sommerferien findet kein Jour fixe statt.

Die Termine für 2017:

01.02.2017 (fällt aus)
05.04.2017
14.06.2017
04.10.2017 
06.12.2017

   

Anmeldung für Mitglieder des BDPM

   

Berufspolitischer Kommentar in Ärztlicher Psychotherapie ( Ausgabe 4/2011)Norbert Panitz - Psychosomatik unternehmen

Details

Die Jahrestagung der DGPM 2012 in München steht unter einem ambitionierten Motto: Zukunft der Psychosomatik. Es kommt zur rechten Zeit. Denn mit breiter Brust zeigt die Psychiatrie ihre eigene Zukunft – u.a. als psychosomatische Fachärzte.

Auf 84 Seiten beschreiben die 3 Präsidenten der DGPPN (Falkai, Schneider, Maier) das Bild der Psychiatrie 2020, wie es Ihnen vorschwebt. Insbesondere ist dort hervorgehoben, dass Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik als untrennbar miteinander verbunden sind: „Es gibt einen Facharzt“, also die Realisierung des Common Trunk.
„Es ist anzustreben, dass die Psychosomatik sich sowohl wissenschaftlich als auch in der Versorgung als eine interne Spezialisierung in einem gemeinsam zu entwickelnden Fach darstellt.
Die erneute Besetzung von Lehrstühlen in Kliniken für Psychosomatische Medizin in der universitären Landschaft spiegelt diese Tendenz wider, ebenso die verstärkte Besetzung psychosomatischer Chefarztpositionen mit Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie.“
Und Frau Roth-Sackenheim, Vorsitzende des psychiatrischen Berufsverbandes, erklärte noch im Juli 2011, dass alle Patienten mit Depressionen erst Psychiater konsultieren müssten, die die Diagnostik durchführen und die Behandlung schließlich delegieren. Das spricht zwar für Weltfremdheit, aber auch für ein unerschütterliches Selbstbewusstsein und ein gemeinsames Bestreben ihrer Verbandsgenossen, in einer Corporate Identity der psychiatrischen Fach- und Berufsverbände und einer gemeinsamen Vision: die Annektion der Psychosomatik.

Die Zukunft der Psychosomatik, das Kongressthema, scheint nicht nur uns zu interessieren. Unternehmerisch droht also eine feindliche Übernahme, etwa wie sich gerade die Krieger-Gruppe anschickt Ikea zu übernehmen – ein leider nicht banaler Vergleich, obgleich Ikea ein Leichtgewicht ist gegenüber der Depression mit einem Marktwert allein in Deutschland von 22 Milliarden Euro. Wie will die Psychosomatik den Angriff abwehren?

Die Psychosomatik muss ihre eigene Zukunft gestalten

Aber wie?„ Aus der Vergangenheit kann jeder lernen. Heute kommt es darauf an aus der Zukunft zu lernen“ (Jules Romains). Goethe hatte uns bereits auf die richtige Fährte gebracht: „Wer in Gestern Heute sah, dem geht das Heut nicht allzu nah, und wer im Heute sieht das Morgen, der wird sich rühren, wird sich sorgen“.
So ist auch die Einladung der Organisatoren der Jahrestagung formuliert: „Welche Entwicklungen bahnen sich bereits jetzt an? Wie werden sie die psychosomatisch- psychotherapeutische Versorgung beeinflussen? Was sind die gegenwärtigen visionären Zukunftsvorstellungen? Und was ist aus den vergangenen psychosomatischen Zukunftsvisionen geworden?“ Die Anleitung zur Beantwortung
dieser Fragen geben uns Wirtschaft und Wissenschaft. Jedes Blumengeschäft, das z.B. eine Förderung beantragt, benötigt eine Geschäftsidee und einen Businessplan. Er hilft Risiken und Erfolgsaussichten abzuschätzen, beinhaltet eine Finanzplanung, ermöglicht ein systematisches Vorgehen.
Psychosomatik unternehmen heißt, auch wenn es so nun gar nicht in unsere (Schön)Geisteswelt passt, sich diesen knallharten Anforderungen zu stellen. Die Ziele sind rasch benannt und stehen alle in Funktion zur Weiterentwicklung einer in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung festetablierten eigenständigen Psychosomatik, versehen mit spezifischen Erkennungsmerkmalen (Alleinstellungsmerkmalen) der ärztlichen Psychotherapie und des Facharztes für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: gleiche Bewertung des Kapitels 22 und 21 und freier Zugang, „gleiches Geld für gleiche Leistung“, freie Wahl des zusätzlichen Fachgebietes in der Weiterbildung zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, eigene Bedarfsplanung, Wiederherstellung der uneingeschränkten Vergütung und die Wahrung der fachgebundenen Psychotherapie, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, Einführung von Qualitätsstandards, effektivere Kommunikation zwischen den Bereichen Klinik, Hochschule und den Niedergelassenen, wirkungsvolleres Marketing und berufspolitische Vertretung, Schwachstellenanalysen, Neuordnung des Fachgebietes in psychosomatisch-psychotherapeutische Praxen und psychosomatische Versorgungspraxen. Schulterschluss zwischen Ärztlicher Psychotherapie und dem Fachgebiet PM, u.a.
An dieser Entwicklung sind wir sicher alle sehr interessiert, nur leider sind viele auf verschiedenen Wegen unterwegs oder streben andere Ziele an – ein drohender Totalschaden ist die Folge.
Entscheidend für den Erfolg bleibt, dass alle Prozesse auf das Gesamtziel gerichtet sind. Im Unternehmen Psychosomatik stimmen viele Teilprozesse hoffnungsvoll, z.B. das Dokusystem (DSP), die Klage des BDPM auf Gleichstellung mit den Psychiatern, die Modelle der psychosomatischen Versorgungspraxen, die Qualität der Leistungserbringer mit ihrer Doppelkompetenz, die überzeugenden Leistungen der psychosomatischen Rehakliniken, die beiden Zeitschriften der DGPM, die beeindruckenden Forschungsergebnisse, die gemeinsame Stellungnahme zum Psych-Entgeltsystem von DGPPN und DGPM, und vieles mehr.
Dennoch sind eklatante Schwachstellen vorhanden: die Fachgruppe ist noch im Verteilungssystem der Richtlinienpsychotherapie und sie wird durch Verteilungsmechanismen schwer beschädigt. Sie läuft zurzeit sogar Gefahr der vollständigen Abwicklung des Kapitels 22 und der ärztlichen Psychotherapie!
Die Selbstverleugnung der ärztlichen Kompetenz ist schreckenserregend (eine 3€ Arzneimittel-Richtgröße für unser Fachgebiet ohne Widerstand!). Ähnlich bedenklich ist die schwächelnde Beteiligung der Niedergelassenen an den Jahreskongressen, die sinkende Mitgliederzahl einzelner Landesverbände, manchen ist sogar die Psychosomatik suspekt.
Das eindeutige Branding fehlt: Was ist eigentlich Psychosomatische Medizin, was ist der Unterschied zur Psychotherapie, fragen Kollegen.
Der Kongress wird Antworten geben und geben müssen.
Kommen Sie zahlreich, denn als Gesellschafter des Unternehmens Psychosomatik, liebe Kolleginnen und Kollegen, entscheiden sie selbst über Ressourceneinsatz, Controlling und Strategie.


Dr. Norbert Panitz, Berlin

   

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